Verlaus des 31. August auf dem linken Flügel.
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Osterode abzuwerfen. Die Verteidigungsarbeiten nahmen ihren Fortgang.
Der Ministerpräsident Viviani erklärte mehreren Abgeordneten gegenüber,
daß die französische Regierung möglicherweise die Stadt Verlasien werde,
daß aber die Verteidigung von Paris mit allen Mitteln durchgeführt
werden solle.
Die Fortsetzung des Rückzuges vom bis 4. September.
Der französische Oberkommandierende teilte am 1. September morgens i. September,
durch Ferngespräch dem Kriegsminister Millerand mit, daß nach ein-
gegangenen Meldungen die Kolonnen der deutschen 1. Armee eine neue,
mehr s ü d ö st l i ch e Vormarschrichtung eingeschlagen hätten, „die sie etwas
von Paris entferne". Trotzdem halte er es für erforderlich, daß die Re-
giemng noch am gleichen oder am folgenden Tage die Hauptstadt verlasse.
Gleichzeitig bat er, angesichts der Lage ihm die Festung Paris, die bisher
selbständig gewesen war, zu unterstellen.
Mehr noch als die Lage von Paris, hielt General Ioffre jetzt diejenige
der 5. Armee, die am 31. August abends noch in der Linie Sümpfe von
Sissonne—Höhen südlich La Fere gestanden hatte, für sehr bedenklich, da
er aus eigener Anschauung und aus Berichten des Generals Lanrezae
von den Verlusten der 5. Armee in der zweitägigen Schlacht von Guise
und St. Quentin Kenntnis und aus den eingetroffenen Nachrichten über
den Feind ersehen hatte, daß die deutsche 1. Armee mit starken Kräften
über Noyon bis in die Höhe von Compiegne vorgedrungen war. Da mit
einem Stehenbleiben der Engländer nicht zu rechnen war, war die linke
Flanke der 5. Armee, selbst wenn sie am 1. September bis in die Gegend
von Soissons zurückging, immer noch gefährdet. Auch auf dem rechten
Flügel der 5. Armee bestand zwischen ihr und der 4. Armee eine erhebliche
Lücke, die durch die neu aufgestellte Armee-Abteilung Foch noch nicht
geschlossen worden war. Außerdem erforderten die bei der 4., 5. und
ö. Armee infolge der Nückzugskämpse und Märsche entstandenen Ausfälle
dringend eine Auffüllung durch Crfatzmannfchaften.
Auf Grund diefer Erwägungen entschloß sich General Ioffre schweren
Herzens, weiteres Gelände aufzugeben und unter Festhalten der Stel-
lttngen der 1. und 2. Armee mit der übrigen Front in südlicher Richtung
soweit zurückzugehen, bis Zeit gewonnen würde, die
TruppenwiederausvolleKampfkraftzubringen. Sein
Entschluß kam in einem Armeebefehl (Instruction generale Nr. 4 vom
l> September 1914) zum Ausdruck, dessen Ausgabezeit nicht genau bekannt
T der aber nachweislich noch im Laufe des Tages bei der 3. und 5. Armee
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