Drittes Bapitel.
Die Kämpfe des deutschen linken Flügels bis zum
27. Augusts.
(Hierzu Karte 4.)
Die Verfolgung am 23. und 24. August.
Die ersten großen Kämpfe in den Reichslanden waren am 22. August
zu einem gewissen Abschluß gelangt. Der rechte Flügel der deutschen
6. Armee stand vor den französischen Befestigungen aus dem Grand
Couronne und bei Nancy. In der Mitte der Schlachtsront befand sich der
geschlagene Gegner zu beiden Seiten des Sperrforts Manonviller im
Rückzüge, anscheinend mit einer nördlichen Gruppe über Luneville in
allgemein westlicher Richtung und einer südlichen über Baccarat—Ravn-
l'Etape auf Epinal. Aus dem linken Flügel in den Vogesen hatten die
Franzosen zwar endlich den Donon geräumt und den Col de Ste. Marie
aufgeben müssen; sie hielten aber aus der ganzen Länge der Gebirgsfront
noch immer in hartnäckigem Widerstände den Vormarsch der deutschen
Truppen aus. Im südlichen Elsaß schienen sie keine größeren Unter¬
nehmungen mehr zu planen.
Das Oberkommando der 6. Armee glaubte den Feind vor der elsaß-
lothringischen Front so geschwächt, daß von ihm für die nächste Operations¬
zeit eine ernstliche Gefahr für die linke Flanke der deutschen Schwenkungs¬
front nicht mehr zu befürchten war. Die deutsche Kampfkraft hatte sich
der französischen überlegen gezeigt, und man durste hoffen, fortan in den
Reichslanden mit wesentlich geringeren Kräften auszukommen. Die wich¬
tigste der in den Ausmarschanweisungen festgelegten Aufgaben, Schuh der
linken Flanke der Hauptkräfte, war erfüllt. Kronprinz Rupprecht beab¬
sichtigte, die Verfolgung nur noch bis zur Meurthe fortzusetzen. Die
Oberste Heeresleitung mußte dann über die 6. und 7. Armee weiter ver¬
fügen. Das Armee-Oberkommando 6 rechnete im Sinne der Aufmarsch
anweisung mit einer Verschiebung von Teilen der ö. Armee hinter den
linken Flügel der Schwenkungsfront. Dadurch konnte nach seiner Ansicht
auch am schnellsten jede Gefahr für den inneren Flügel der 5. Armee
’) Geländeabschnitt: Pont-L-Mousson—Nancy—Colmar—Saarburg.