Begebenheiten auf dem russisch-rumänischen
Kriegstheater
Die Ostfront bis zum Ausbruch der Märzrevolution
in Rußland
Hiezu Beilagen 1 und 3
Die Lage der Heeresgruppe Mackensen
Gegen Mitte Jänner des Jahres 1917 hatte die aus der bulgarischen
3.Armee, der Donau- und der 9.Armee der Deutschen bestehende Hee¬
resgruppe GFM. v. Mackensen an der unteren Donau, am Sereth und an
der Putna Dauerstellungen bezogen (Bd. V, S.623). Ihr gegenüber stan¬
den die 4. und die 6. Armee der Russen sowie die stark hergenommene
rumänische 2. Armee auf dem Nordufer dieser Flüsse. Der nicht mehr
widerstandsfähige Großteil des rumänischen Heeres war hinter der
Front in den Raum um Jassy zurückgenommen worden und sollte durch
französische Offiziere neu gebildet und geschult werden, während die
Russen die Etappe in der Moldau einzurichten hatten, um im Früh¬
jahr gemeinsam mit dem Orientheere der Alliierten zum Ajtigriff gegen
Bulgarien schreiten zu können (S. 14).
Anfangs Jänner waren das russische XXX. Korps (71. und 80. ID.)
bei der 4. Armee und das XXIX. Korps (1. SchD. und 3. kauk. SchD.)
bei der 6. Armee eingetroffen. Weitere russische Kräfte wurden im Laufe
des Winters in die Moldau nachgeschoben, und zwar das XLIV. Korps
(57. ID. und 111. ID.) aus dem Bereiche der russischen Heeresmitte
(Westfront) zur rumänischen 2. Armee und das XLV. Korps (122. und
126. ID.) von den Heeresreserven Brussilows zur 9. Armee, die anfangs
Jänner der rumänischen Front angegliedert worden war. Dazu wurde
bei jedem russischen Korps eine neue Division aufgestellt (S. 12),
so daß die Streitmacht der Russen an der rumänischen Front bis zum
Monat März auf insgesamt rund 50 Infanteriedivisionen angewachsen
war. Ferner befanden sich auf diesem Kriegsschauplatze noch 13 Reiter¬
divisionen der Russen. Die in der Kampffront verbliebene rumänische
2. Armee zählte um diese Zeit 6 Infanteriedivisionen, die in Neuauf¬
stellung begriffene rumänische 1. Armee 9 Infanterie- und 2 Kavallerie¬
divisionen.