Volltext: Das Kriegsjahr 1917 ; 6. Das Kriegsjahr 1917 ; [Textbd.] ; (6. Das Kriegsjahr 1917 ; [Textbd.] ;)

Richtlinien für den Stellungsbau 
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Eine zweite, 150—400 m entfernte und manchmal auch eine dritte 
Linie machten zusammen mit dazwischen und dahinter verteilten Stütz¬ 
punkten die befestigte Zone der ersten Stellung aus. Mehrere Kilometer 
dahinter wurde eine zweite Stellung im Gelände ausgemittelt und, 
soweit Arbeitskräfte dazu verfügbar waren, an den wichtigsten Stellen 
in einfacher Weise ausgebaut. Der Abstand von der ersten Stellung 
mußte so bemessen sein, daß beide Wehranlagen durch die Artillerie 
des Feindes nicht gleichzeitig niederzukämpfen waren. 
Ein äußerst wirksames Kampfmittel, dessen sich Freund und Feind 
immer mehr bedienten, waren Gift- und Reizgase. Über deren Ver¬ 
wendbarkeit wurde die Truppe unterrichtet, wichtiger war noch die 
Belehrung über die drohenden Gefahren und deren Abwehr. Ende Ok¬ 
tober 1916 führte die öst.-ung. Heeresverwaltung an der Ostfront einen 
Gasschutzdienst ein, der am Isonzo schon längere Zeit bestand. Feld¬ 
wetterstationen hatten die atmosphärischen Verhältnisse ständig zu be¬ 
obachten, ob sie einen feindlichen Gasangriff begünstigen oder nicht, 
um zeitgerecht warnen zu können. Alarmvorsorgen wurden getroffen 
und Gasmasken zum Schutze der Truppen ausgegeben. é 
Neben allen Maßnahmen, die die unmittelbare, praktische Kampf¬ 
bereitschaft der Front förderten, galt es, sich geistig für das nächste 
Kriegs jähr zu rüsten. Nach der schroffen Abweisung, die dem Friedens¬ 
schritte der Mittelmächte vom Feindbund widerfahren war, mußte für 
das Frühjahr 1917 mit einer allgemeinen Offensive der feindlichen 
Heere, mithin auch des russischen an der Ostfront, gerechnet werden. 
Der deutsche Oberbefehl, dem der größte Teil der öst.-ung. Divi¬ 
sionen unterstellt war — nur mehr die zwei Armeen der Heeresfront 
Erzherzog Joseph waren am Jahresausgang an die k. u. k. Heeresleitung 
gewiesen — wie nicht minder die starke Vermengung der verbündeten 
Truppen1), der mittleren und hohen Kommandostellen brachten es mit 
sich, daß Führungsgrundsätze und taktische Ansichten des stärkeren 
Bundesgenossen sich immer mehr durchsetzten. Um einheitliche Auf¬ 
1) An der Ostfront (Heeresgruppe Mackensen bis einschließlich Heeresgruppe 
Linsingen) hatten stehen 
am 1. November 1916 am 1. März 1917 
Österreich-Ungarn 41 ID., 1H/2 KD. 40i/2 ID., 11 KD. 
Deutschland 37i/2 „ 51/2 35 „ 2 „ 
Bulgarien 4 „ 1 „ 4 „ 1 „ 
Türkei 4 _ 5 _ 
Summe : 
861/2 ID., 18 KD. 
841/s ID., 14 KD.
	        
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