Volltext: Vom Ausklang der Schlacht bei Limanowa-Łapanów bis zur Einnahme von Brest-Litowsk 2 : Das Kriegsjahr 1915 1 [Textbd.] (2 : Das Kriegsjahr 1915 ; 1 ; [Textbd.] ;)

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Der Karpathenwinter 1914/15 
Zu nicht geringer Überraschung des AOK. war das Hauptquartier 
des 3. Armeekmdos. am 29. von Bartfeld nach Kaschau verlegt worden. 
Von Teschen erging nunmehr die Weisung, daß die Truppen der 
3. Armee nicht einen Schritt des vor kurzem schwer erkämpften Bodens 
freiwillig preiszugeben hätten, weil sich sonst der Feind mit verstärkter 
Kraft gegen den Südflügel der 4. Armee wenden könne. Besonderen 
Wert lege das AOK. darauf, daß sich der Ostflügel zähe halte, denn es 
sei beabsichtigt, diesem Anfang Jänner noch zwei Infanteriedivisionen 
zuzuführen, falls nicht die Verhältnisse ihren Einsatz auf dem Westflügel 
erheischen sollten. Eine solche Verstärkung müsse dann „nachhaltig zur 
Geltung kommen, nicht aber wie das letzte Einsetzen zweier frischer 
Korps wirkungslos bleiben c<1). 
Zunächst gebot Boroevic dem XVIII. Korps, keinesfalls hinter den 
Abschnitt Wola Michowa—Cisna—Smerek zu weichen. Als sich der Russe, 
wie noch zu schildern sein wird, zur Umfassung des Südflügels der Erz¬ 
herzogsarmee anschickte, befahl er auf Ersuchen des Nachbarn das III. 
und das Kavalleriekorps GM. Berndt zum Angriff gegen Norden. Ehe 
hiefür die nötigen Einleitungen getroffen waren, senkte sich der Vorhang 
über das erste Kriegsjahr. 
Die Schlacht der 4. Armee 
(28. bis 31. Dezember) 
Die letzten vier Tage des Jahres verstrichen für die auf dem Nord¬ 
flügel der 4. Armee am Dunajec Wacht haltenden Gruppen Kritek und 
Roth, von belanglosen Artillerieduellen abgesehen, nahezu ereignislos. 
Bei Roth wechselte nur die 3. ID. ihren Platz innerhalb der Gruppenfront. 
Umso bewegter verlief diese Zeitspanne bei den übrigen Teilen der 
Armee. Am 28. glückte es den Russen gegenüber dem FZM. Ljubicic, die 
11. und den linken Flügel der 30. ID. in die Linie Gromnik—Höhe Wal 
zurückzudrücken. Der Feind setzte seine Anstrengungen fort und rannte 
*) Conrad bemerkte hiezu in seinem Kriegswerk ( Vj 954) : „Die Gegenvorstellungen 
des 3. Armeekmdos. vom 29. Dezember und ein gewisser Zug zum Nachgeben bei der 
3. Armee, der sich auch in der Rückverlegung des Armeekmdos. bis nach Kaschau aus¬ 
sprach, konnten nicht widerspruchslos hingenommen werden, um so mehr als es sich gegen 
die russischen Angriffe in Galizien, bei den Gruppen Pflanzer und Krautwald erwies, 
Was tatkräftiger Imperativ vermag." GM. Pitreich erklärt in seinem Schreiben vom 
17. Mai 1929 die Übersiedlung des 3. Armeekmdos. nach Kaschau u. a. damit, daß man 
in Bartfeld exzentrisch hinter dem linken Flügel lag, während dem rechten in der 
nächsten Zeit erhöhte Bedeutung zukam und daß man in Kaschau über die besten 
Bahn- und Drahtverbindungen verfügte.
	        
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