Kleine Bilder aus . großer Zeit.
Der Neubau der Waffenfabrik in Steyr. Phot. Harter-Hart.
Reichshälfte aus, für das „Rote Kreuz“ hat es aber den 14. Teil aufgebracht. Das verdient
alle Anerkennung!
Krieger- und Kriegsstiftungen.
Außer den schon in früheren Berichten der Pfarrämter usw. gemeldeten Krieger¬
stiftungen seien noch folgende erwähnt: Die Lederfabrik Adler, G. m. b. H. in Wels,
hat 52.000 K. in fünfte Kriegsanleihe, für eine Stiftung gewidmet, aus deren Zinsenertrag
alljährlich 20 Kriegsinvalide oder allenfalls Kriegerwitwen und -waisen beteilt werden
sollen. Von den Stiftungsbeträgen sind 12 für die Stadtgemeinde Wels und je 2 für die
Nachbargemeinden Pernau, Puchberg, Lichtenegg und Thalheim bestimmt. Die Verwaltung
der Stiftung hat die Sparkasse Wels übernommen. Bürgermeister Schulz sprach der
Stifterin den Dank aus.
Kriegs waisen-Stiftung.
Aus Goisern, 9. Jänner 1917, wird berichtet: Die Gemeindevertretung Goisern hat
beschlossen, anläßlich des Ablebens Sr. Majestät Kaiser Franz Josef I. eine Stiftung zu
errichten, nach welcher sämtliche bisherigen und etwa noch nachfolgende Kriegswaisen
bis zum Alter von 14 Jahren beim hiesigen Altersversorgungsverein für Goisern und Um¬
gebung auf kleine Altersrenten mit einmaliger Einlage vollständig unentgeltlich versichert
werden. Der Rentenbezug beginnt mit dem 60. Lebensjahre und beträgt vorläufig 104 K
jährlich. Eine Erhöhung ist jederzeit möglich. Die bisherigen Kosten betragen für die
Gemeinde beiläufig 5000 K; dieselbe hat jedoch damit eine sehr schöne patriotische und
soziale Tat vollbracht, welche ihr und dem Antragsteller Gemeinderat und Sparkassen¬
vorstand Herrn Christian Aschauer alle Ehre macht.
Die größte Gewehrfabrik der Welt in Steyr!
In der Vollversammlung der österreichischen Waffenfabriks-Aktiengesellschaft am
14. Okt. 1916 in Wien führte Exzellenz Sieghart u. a. aus: In einer Zeit, da überall mit
geradezu wahnsinniger Hast an der Erzeugung von Waffen und Munition gearbeitet wird,
in einer Zeit, da sich die Industrie der ganzen Welt fieberhaft bemüht, die Werkzeuge
für das riesige Ringen der kämpfenden Fronten herbeizuschaffen, hat Steyr seinen Rang als
größte Gewehrfabrik der Welt voll zu behaupten gewußt. Es ist aus naheliegenden
Gründen heute nicht möglich, über unsere Erzeugung ziffermäßige Aufschlüsse zu geben;
aber wenn der Krieg zu Ende und es gestattet sein wird, diese Zahlen zu veröffentlichen,
dann wird sich wohl niemand einer gewissen Bewegung erwehren können. Wie bereits
mitgeteilt, liefert die Steyrer Waffenfabrik dem Staat die Gewehre zum gleichen Preis wie
im Frieden. Hiebei konnte nur dadurch ein entsprechender Gewinn erzielt werden, daß die
Erzeugung in so großen Mengen vor sich geht, wie dies jetzt der Fall ist. Dies könnten
sich verschiedene Kriegslieferanten zum Vorbild nehmen.