zu
Kost.
Die Beköstigung, die von der Verwaltung. in
gewissen Fällen beigestellt wird, besteht in der
Hauptsache ‚aus‘ schwarzen Bohnen und Reis oder
Polenta. Manchmal gibt es getrocknetes Fleisch.
Carne secca, als Zutat.
Lohn. |
Dafür erhält der Arbeiter neben dieser Art
freier ‚Kost und freiem. Logis’ etwa 60 Milreis —
60 Schilling im Monat; und welche Arbeit harrt
dafür seiner! Früh, wenn die Arbeitsglocke zum
Aufbruche ruft und mit ihrem Klange manchen
wehmütig an die Kirchenglocken seines Heimati-
dörfchens im fernen Österreich gemahnt, begibt
sich die ganze Familie — auf familienweise An-
siedlung legen die Fazendeiros besonderen. . Wert
—. an den oft weit entfernten Arbeitsplatz. Mit
Hacke. und Messer muß der schwere Boden be-
arbeitet, das Unkraut mit der Hand ausgejätet
werden. Immer heißer brennt die Sonne hernieder,
und wenn ein Gewitter oder Strichregen auch für
kurze Zeit Erquickung. bringt, so dunstet der
Boden danach um so. mehr, stärker. Dabei muß auf
giftige Insekten und, vor allem giftige Schlangen
achtgegeben werden, die in den Plantagen oft vor-
kommen; erlegte doch: vor meinen Augen ein
Arbeiter ein etwa 1% Meter langes Exemplar der
gefürchteten Korallenschlange, ‘ deren Biß unbe-
dingt tödlich ist, wenn nicht sofort Serum als
Gegengift angewendet wird. Dieses Serum. wird
nämlich, wie in Italien das Chinin, auch in den
kleinsten Viktualienhandlungen von Staats wegen
um billigen Preis abgegeben, das segensreiche Er-
zeugnis des staatlichen Schlangeninstituts : von
Butantan bei Sao Paulo. Kommt dann die Zeit der
Kaffee-Ernte, im Juni und Juli, dann muß die
Arbeit womöglich verdoppelt werden, um ‚mit der
Hand: die Kirschen vom Baum zu pflücken und in
Säcken' zu den. Sammelstellen zu transportieren.
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