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Größe.-In der Avenida Alfonso Pennäa, die
unserer Ringstraße entspricht, stehen sogar fünf
Reihen der herrlichsten Palmen und anderer
Tropenbäume mit sechs Fahrbahnen für
len Straßenverkehr. Die Hochfläche, auf
der sich die Stadt weithin ausdehnt; fällt nach
allen Seiten zu breiten Tälern sanft ab, auf
deren anderer Seite sich die hohen Berge von
Minas erheben.
Bello Horizonte ist ‚eine noch im Werden be-
oriffene Stadt, die auch den Auswanderern ein
nach den neuesten Erfahrungen erbautes, weit-
läufiges Haus für den ersten Aufenthalt zur Ver-
fügung stellt. Die Stadt hat ja allen. Grund, der
Einwanderung ihr Augenmerk, zuzuwenden; denn
weite. Gebiete, auch in unmittelbarer Nähe der
Hauptstadt, harren noch der Erschließung. Vor
allem müssen Straßen und Zweigbahnen gebaut
werden, um das Vorschieben der Besiedlung zu
erleichtern. Mit Recht wendet man hier das nord-
amerikanische System an, das zuerst Straßen baut
und dann das von ihnen durchzogene. Gebiet der
Kolonisierung zuführt; in anderen brasilianischen
Qtädten ist man leider vielfach den umgekehrten
Weg gegangen und hat damit nicht nur den neuen
Qiedlern die Arbeit durch den Mangel an Verkehrs-
wegen und die ‘damit gegebene schlechte Absatz-
möglichkeit ihrer. Produkte erschwert, sondern
auch die Erschließung des Landes unnötigerweise
verzögert. _ /
In den letzten zehn Jahren wurden im Staate
Minas mehr als 6500 Kilometer Straßen gebaut,
von denen der größte Teil für Automobile sehr
guf fahrbar ist.:Das Eisenbahnnetz, ‘das 1904 un-
gefähr 3700 Kilometer umfaßte, erstreckt sich
heute auf über 7000 Kilometer. Die Regierung
bemüht sich, die Landwirtschaft auch durch: Ein-
führung landwirtschaftlicher Wanderlehrer ‚und
Gründung landwirtschäftlicher Schulen auf eine
höhere Stufe zu bringen; die Benützung landwirt-