Rückblick und Betrachtungen zu Teil 1-3*).
(Band 22—25).
richtige Darstellung gibt die schärfste Kritik." Nach diesem
Grundsatz des alten Feldmarschalls v. Moltke haben wir den Ber-
lauf der Marneschlacht bei der 2.und der rechten Gruppe der 3. Armee
hier vorüberziehen lassen. Es ist das Schicksal der Schlachtendätstellun-
gen, die sich mit allen Einzelheiten der Kämpfe befassen, daß allzuleicht
der Überblick über die großen Zusammenhänge verloren geht, selbst die
häufig bedeutungsvolle Wechselwirkung der einzelnen Handlungen ver-
wischt wird. Unter der Fülle der dargestellten Ereignisse, der Masse
der Truppenverbände, dem bisweilen hochdramatischen Hin und Her der
Kampfeindrücke erwächst auf dem weit ausgedehnten Schlachtfelde ein
scheinbar verworrenes Bild. Andererseits aber wirkt „ein Ereignis", so
hat Elausewitz einmal gesagt, „das nicht in allen seinen Teilen sorg-
fältig aufgebaut, sondern im Fluge berührt wird, wie ein aus zu großer
Entfernung gesehener Gegenstand, an dem man die Lage feiner Teile
nicht mehr unterscheiden kann, und der von allen Seiten ein gleiches
Ansehen hat." Um einen Ausgleich zu finden, erscheint es daher not-
wendig, den vorliegenden Band mit einer zusammenfassenden Betrachtung
abzuschließen. Wir stehen zudem jetzt am Ende einer in sich durchaus ab-
geschlossenen Kampfhandlung, die als Ganzes für den Verlauf der
Marneschlacht zu betrachten und tatsächlich als Hauptursache für ihren
unglücklichen Ausgang gewertet worden ist. Es wird dabei zu prüfen
sein, ob und inwieweit sich auf Grund der vorliegenden eingehenden
Erforschung der Ereignisse die Beurteilung der Marneschlacht verschiebt.
*) Von Archivrat George Soldan, Leiter der Schriftfolge „Schlachten des
Weltkrieges".