Volltext: Der josefinische Klostersturm im Land ob der Enns

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der Lutherischen sehr geschickt sein würde, „ich werde Ursache haben stolz zu sein, wenn 
Euer Gnaden auf dieses mein untertänigstes Schreiben ein gnädiges Augenmerk haben.“ 
Der Propst adressiert seine Antwort vom 1. September 1784 nicht mehr an den 
Pfarrer von Gunskirchen, sondern schon an den hochwürdigen hochedelgebornen hochgeehrten, 
sonders hochverehrendsten Herrn Domkapitular allerschätzbarsten Herrn... Er hat die 
Behörden bereits auf gewisse Vorbehalte in der Stiftung hingewiesen, die Ernennung 
steht nicht ihm privatim zu, sondern ihm nebst dem Kapitel. Außerdem, wenn es auf 
Prüfung der Talente, Wissenschaft, Verwendung und Verdienst ankommen sollte, würde 
wohl ein und anderer dem Herrn Kanonikus Mayr das Übergewicht, ganz gewiß das 
Gleichgewicht halten und so würde die Bevorzugung des sowohl physisch als im Kanonikat 
jüngsten Stiftsgeistlichen, des Herrn Mayr, bei den älteren gerechte Jalousie erregen. 
1503 am Freitag nach St. Erhards Tag, des hl. Beichtigers, hat Frau Hedwig, 
Wolfgang Purckstallers sel. Tochter, und Johann Hohenfelds zu Aistershaim sel. gelassene 
Wittib, mit Wissen und Gunsten des würdigen geistlichen Herrn Georg Pucher, Pfarrers 
zu Wels, und des bürgerlichen Rats eine neue Kapellen auf dem Friedhof zu Ehren der 
lobsamen Jungfrau Marien und der hl. 14 Nothelfer erbaut und dabei ein ewige Meß 
gestiftet, auch dieses Benefizium ihrem ersten Benefiziaten der Kapellen und allen seinen 
Nachfolgern verliehen . . . Unter 13 Nummern werden die Realitäten, die dazu 
gestiftet waren, aufgezählt. Das ius praesentandi hat der ehrsame Rat der Stadt 
Wels, auch das Lehen- und Vogtrecht; der Älteste vom Rat soll dem bestimmten wohl- 
gelehrten ehrbaren Priester die Präsentation an den Fürstbischof zu Passau geben, damit 
er zu selbem Stift investiert und bestätigt werde.*) 
Die Behausung für den Kaplan hatte die Stifterin von der St. Johannes-Pfarrkirche 
erkauft. 
Diese Stiftung erfuhr eine namhafte Augmentation von Matthias Hayder, 
artium liberalium et philosophiae magistro, Canonico zu Spital am Pyhrn 
und Hohenfeldischen Benefiziaten zu Wels, wie auch der Seiseneckerischen Kapellen 
Assumptionis zu Ottsdorf Benefiziaten; dieser inkorporierte dem Benefizium 1651 
am Fest des hl. Matthias einen Drittelzehent in Welser Pfarre, welchen er 1648 vom 
Grafen Kufstein um 7500 fl. erkauft und von dem Kremsmünsterischen Lehen um 800 fl. 
auf ewig losgekauft hatte. Vogt und Lehensherr über diesen Drittelzehent sollte der 
Magistrat von Wels und schuldig sein bei Vakatur dieses Benefiziums einen ehrwürdig 
andächtigen, exemplarischen und qualifizierten Priester de clero saeculari vom Stift 
Spital schriftlich zu postulieren. Das Recht den Benefiziaten zu erwählen und zu 
ernennen per vota maiona stand dem Propst und Kapitel zu Spital zu: der Propst 
hatte das erste Stimmrecht und bei Stimmengleichheit auch die letzte Stimme; die 
*) 6 Tage in der Woche hat der Benefiziat Stiftmesse zu lesen: am Sonntag von 
der heiligsten Dreifaltigkeit, am Montag von allen gläubigen Seelen, am Erchtag von 
den hl. 14 Nothelfern, am Mitichen von allen Heiligen, am Pfingsttage von Unseres Lieben 
Herrn Fronleichnam, am Samstag von Unserer Lieben Frauen Verkündigung; doch 
bleibt er jede Woche an einem Tag unverbunden Messe zu lesen. Am Hedwigstag soll 
großer Jahrtag gehalten werden: am Vorabend mit Vesper und Vigil, am Morgen mit 
Seelenamt und Lobamt von Unserer Lieben Frauen Scheidung: Brot und Fleisch sind im 
Beisein eines Lichtmeisters der Pfarrkirche oder eines anderen Ratsverordneten zu 
verteilen. Auch Kirchweihe und Patrozinium muß der Benefiziat feierlich halten. Das Opfer 
in der Kapelle soll er dem Pfarrer reichen, die Sammlung in der Kapelle gehört dem 
Benefiziaten. Der Pfarrer aber muß alle Sonntage abends nach der Vesper in der Pfarrkirche 
den Schulmeister mit etlichen armen Schülern in die Kapelle schicken, daselbst ein 
salve regina zu singen, wozu dann der Kaplan die Kollekten singt; darum muß dieser dem 
Schulmeister jährlich 6 Pfund und den armen Schülern auch 6 Pfund geben und dem 
Pfarrer 12 Schilling Pfenning. Der Benefiziat soll auch wie andere Benefiziaten zu Wels 
bei der Vesper an allen Vorabenden und am Morgen beim Umgang in seinem Chorrock 
bei der Pfarrkirche sein und alle Sonntage auf der Kanzel für die Stifterin und alle 
Verwandten und alle christgläubigen Seelen beten lassen.
	        
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