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keit seine Schwäche vor Gott; darum nahm er diejenigen in seinen Schutz,
deren Tugend er hochschätzte.
Otto hatte zur Stiftung des Klosters Baumgartenberg viel hin¬
gegeben ; dessen ungeachtet blieb ihm noch genug übrig, um auch eine
Versammlung regulierter Chorherren zu stiften. Der Bischof von Passau,
Eeginbert, zuvor selbst ein Mitglied dieses Ordens, vernahm Otto's Vor¬
schlag mit inniger Freude und bot alle seine Kräfte auf, die neue Kolonie
recht väterlich zu versorgen. Das Schloß Säbnich am Flusse gleichen
Namens — jetzt heißt er Sarbling- oder Sarmingbach - wurde zur
Wohnung derselben bestimmt. Um noch mehr Baum zu gewinnen, kaufte
Otto einen Teil des Beinwaldes und wies seiner neuen Stiftung mit recht
freigebiger Hand aus vielen Gütern die Einkünfte an. Dem Propste vom
Säbnich wurde zugleich das Recht verliehen, die Pfarren Sarmingstein,
Kreuzen, Pabneukirchen, Königswiesen, Dimbach und St. Georgen am
Walde, welche Otto von Machland gestiftet hatte, mit tauglichen Priestern
zu versehen; die fromme Jeuta fügte die Pfarre Simonfelden hiuzu* Der
Bischof Reginberr wetteiferte gleichsam mit seinem Freunde Otto, der
neuen Stiftung Wohltaten zu erweisen; er gab nebst anderen bedeuten¬
den Geschenken die Pfarren Münzbach, Mitterkirchen, Saxen, Grein, St.
Thomas und Neustadtl und seinem Beispiele folgten bald mehrere Grafen,
Kitter und andere Güterbesitzer nach. Otto hatte auf diese Art sein
ganzes väterliches Erbe verteilt und erwartete nun von dem, welchem er
alles hingegeben hatte, eine unvergängliche Ruhe, die ihm auch bald dar¬
auf zuteil wurde. Als er das Ende seines Lebens herannahen fühlte, be¬
rief er seinen Bruder Walchun, den Abt von Baumgartenberg und noch
mehrere andere zu sich, in deren Gegenwart er seinen letzten Willen
bekannt machte. Alle seine Habseligkeiten sollten die Klöster Baumgar¬
tenberg und Waldhausen teilen. Ein trüber Gedanke, welchen ihm wahr¬
scheinlich seine Krankheit eingab und seine Sorgfalt für die zwei von ihm
gestifteten Klöster vergrößerte, bemächtigte sich seiner in Jen letzten
Stunden des Lebens: „Wie, wenn ein Nachfolger des frommen Reginbert
seine Hände nach den Gütern ausstreckte, welche dem Stifte Säbnich an¬
gewiesen sind?" Für einen solchen Fall beschwor er den anwesenden
Walchun bei der Bruderliebe und der ihm bekannten Treue, daß er die
Stiftung zu Säbnich mit den Gütern des Klosters Baumgartenberg ver¬
einigen sollte, welches unter dem unmittelbaren Schutze des Papstes
stand und deswegen von allen bischöflichen Angriffen gesichert war.
Die Welt hatte nun nichts mehr für ihn, was ihm Freude bringen
konnte; seine Güter waren verteilt, nur die Gemahlin war ihm noch
übrig. Auch dieser entsagte er mit ihrer eigenen Einwilligung.
Das Liebste, was damals ein Ritter haben konnte, sein Schwert,
schickte er als Opter nach Baumgartenberg und so wollte er nackt
seinem Heilande nachiolgen und einem Mönche gleichen, dessen Reich¬
tum die Tugend ist. Zum äußeren Zeichen dieser seiner Gesinnungen
legtever seine Hände zwischen die Hände des Abtes von Baumgarten¬
berg, empfahl seine Seele dem Schöpfer und starb 1149.
Waseneck war ein Schloß zwischen Klamm und Außerstein,
von dem nichts mehr vorhanden ist. 1398 wird die Burg urkund¬
lich genannt. 1423 gibt Herzog Ernst dem ßeinprecht von Walsee
Waseneck als Leibgeding. Von den älteren Besitzern ist dann ein
Flußhart bekannt, der es 1440, und ein Veit Stetthammer, der es
1473 bewohnte, endlich haben es Sündeck und Walch besessen.
Nach Pillwein soll die Lagerstelle des verfallenen Schloßes 1480
an die Flußhart gelangt sein.