— 147 —
schliessen, empfahl Reinhaltung der Häuser und
Strassen als wirksames Gegenmittel und untersagte
den Genuss von Schweinfleische
Zu Grieskirchen starben anno 1713 154 Per¬
sonen und bis Ende Juni 1714 wieder 103 Personen*
(Sterbebuche)
Zur schuldigen Danksagung, dass die Seuche
mifhörte, liessen einige Bürger der Stadt das grosse
Pestbild malen, welches eine Zierde der Sebastiani-
kapelle bildet. Dasselbe hat einen historischen Werth,
weil es Grieskirchen vor 170 Jahren darstellt. Das
ansehnliche Gemälde hat die Inschrift:
0 allerheiligste Dreifaltigkeit
ein einiger Gott
wend von uns Krieg, Pest
und alle Noth. 1713
Herr Josef Wirer, Edler von Wirersberg, hat das
Bild 1878 durch Herrn Tuswald renoviren lassen.
In der Kirche zu Schliesslberg befindet sich
gleichfalls ein sehr sehenswerthes Pestbild mit der
Jahreszahl 1713.
Der Kalvarienberg.
Das Kalvarienbergkirchlein wurde anno 1734
erbaut. Die J ahreszahl 1734 steht über der Eingangsthür
in Stein gehauen. Vermuthlich hat das Pestjahr 1713
die Veranlassung zu dessen Errichtung und zur Er¬
bauung einer Anzahl ansehnlicher Stationskapellen
gegeben. Der Kalvarienberg wird genannt im Schuld¬
briefe vom 8. September 1739 (mit 50 fl. Tobias
Holzl Stiftkapital.) Mathias Arminger, bürgerlicher
10*