Raum. Stockungen muhten überwunden werden. Die Kaiserjäger warteten ab, bis sich die Hessen
auf dem ansteigenden Gelände auf gleiche Höhe vorgearbeitet hatten. Als am Nachmittag bekannt
wurde, dah starke Kolonnen der Russen vor der rechts benachbarten Ivb. Landsturmdivision bereits
im Rückzüge waren, ordnete Feldmarfchalleutnant von Horsetzkcz den Angriff auf der ganzen
Front der 3. Division an. Die Kaiserjäger sollten um 4,50 Uhr nachmittags zum Sturm schreiten.
3m Linklang damit hatte das Infanterieregiment 59 den Angriff auf die Bildstockhöhe dnrchzn-
führen. Dieses Regiment sollte die Höhe Gorskie und den Ranm östlich davon erreichen.
Major Schal), der den linken Flügel des Infanterieregiments 59 führte, erkannte, daß der
Schlüssel zur Eroberung der Bildstockhohe in der russischen Stellung am Waldrand nördlich der
Höhe 580 lag'). Dort muhte der Feind geworfen werden, um dann rechts einschwenkend die übrige
Front aufzurollen. Tr vereinbarte mit dem Kaiserjägerbataillon Major von bordier aus einer
Kaiserjäger- und aus einer Rainerkompagnie sowie aus zwei Maschinengewehrabteilungen
eine Zeuerstaffel zu bilden, um als Beginn des Angriffs den Teil der feindlichen Front nördlich
der Höhe 580 mit Geschossen zu überschütten und, sobald die Russen Zeichen einer Erschütterung
zeigten, zum Sturme vorzubrechen.
Programmgemäß vollzog sich die Feuervorbereitung. Bis 5,50 Uhr nachmittags schoß die
Artillerie auf die Front vor den Kaiserjägern am Waldrand, weil dort der Feind bereits zu
weichen begann. ön unaufhaltsamem Zuge wurde der Angriff auf der ganzen Front der 5. Division
vorgetragen. Auf dem linken Flügel erstürmten die Hessen nach fünfstündigem Ringen die Höhen
von Wo^niczna. Die 10. Kompagnie Hauptmann Huslig des 2.Regiments und die Gruppe Major
Föhl des 1.Regiments (5. 415) unterstützten diesen Stoß vom anderen Dunajecufer her durch
wirkungsvolles Flankenfeuer.
Nach erbittertem Ringen drang das IV. Bataillon Major von Gordier, das II. Bataillon
Major Graf Meraviglia und das I. Bataillon Hauptmann Wünsch im Berein mit Teilen des
Infanterieregiments 14 und der Rainer etwa um 6 Uhr nachmittags nördlich der Höhe 580
in die feindlichen Stellungen ein. Reihenweise fand man dort die toten Russen am Wald-
rand liegen. Der Feind zog sich in den Wald zurück. Doch traf der Sturm stellenweise noch immer
auf hartnäckigen Widerstand, der in Bajonettkämpfen erbarmungslos gebrochen werden muhte.
Nach diesem unaufhaltsamen Stoh zogen sich die Aussen eilig in den Wald zurück, sie flohen
gegen die Höhe Gorskie. Auf der Bildstockhöhe gab es indessen noch immer mörderische Kämpfe.
Russische Verstärkungen strömten herbei. Der Kampflärm im Bereiche des Infanterieregiments 59
hatte die Kaiserjäger — das III. Bataillon Major Graf Walterskirchen — angezogen. Bor
diesen neuen Kämpfern traten die Russen auch vor dem rechten Flügel der 5. Division den Rückzug
an und dachten nicht mehr an weiteren Widerstand. Die stürmenden Regimenter der Division
Horsetzkg stiehen den weichenden Russen nach. Teile des I. und des II. Bataillons der 2er Kaiser-
jäger sowie der Hessen verfolgten unter der Führung des tapferen Hauptmannes Wünsch den
Feind bis Uber die Höhe Gorskie hinaus. Um 8 Uhr abends war die beherrschende Höhe von den
siegreichen Kaiserjägern, Rainer und Hessen besetzt.
Tin neuer Kampftag lag hinter dem 2.Regiment, der ihm starke Berluste gekostet hatte. Unter
den Gefallenen befand sich Leutnant Karl Lach. Das russische «Znfanterieregiment 165, das stark
vermengt mit Landsturm und anderen Regimentern der 5. Division gegenübergestanden hatte, war
nach den Aussagen gefangener russischer Offiziere größtenteils aufgerieben. Die Beute der
5. Division betrug mehr als 5000 Gefangene und 5 Maschinengewehre.
Der Sieg war errungen, das anbefohlene Ziel, die Höhen östlich der Biaia, waren erreicht. Als
die Nacht herabsank, sammelten sich die vom heihen Kampfe, beim Sturm und bei der Berfolgung
durcheinandergekommenen Regimenter der 5. Division und ordneten die Verbände. Das 2.Re¬
giment nahm auf der Höhe Gorskie nächst dem Zägerhause Aufstellung, das IV. Bataillon rechts,
das II. in der Mitte, das I. links und das III. als Reserve dahinter. Die Fahrküchen rasselten
heran und die hungrigen Truppen konnten verpflegt werden. Müde von der blutigen, harten Arbeit
') Zoen, Geschichte des salzburgisch-oberösterreichischen k. u. k. Infanterieregiments Erzherzog Rainer Ar. 59,
5. 265.
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